„Ich dachte, niemals schaff ich mein Abi!“

von 01. 04. 2020MITmacher-Alltag, Vor Ort

Ich treffe Adnan, 19 Jahre alt, in der TU Hamburg. Nach seinem Abi möchte er gerne hier studieren, vielleicht aber auch an der Hafencity Universität. Um das realisieren zu können, braucht er ein Stipendium und da kommt MITmacher ins Spiel.

„Man gewöhnt sich an Krieg“

Adnan und seine Eltern kamen vor sechs Jahren aus Syrien aus Deutschland, als ich ihn frage, wie das Leben dort war meint er „Man gewöhnt sich an Krieg.“ Obwohl er in Syrien ein guter Schüler war, konnte die Familie unter diesen Umständen in keine sichere Zukunft schauen und hat daher den Weg nach Deutschland auf sich genommen. Hier angekommen versteht er kaum etwas, was auch daran liegt, dass man in München nicht das gelehrte Deutsch spricht. Nach dem Umzug nach Hamburg wird das leichter, trotzdem glaubt Adnan weiterhin „Niemals schaff ich mein Abi!“ und denkt nur von Tag zu Tag. In der 10. Klasse bekommt er dann Nachhilfe von der Stadt finanziert, wird einer der Klassenbesten in Deutsch und kämpft sich mit diesem Aufwind bis zum Abi.

Wer gibt der bekommt

Diese Chance gibt er nun durch MITmacher an Andere weiter, er gibt Mathenachhilfe, hilft einem syrischen Invaliden über „DRK Senior“ bei seinem Alltag und bei der Job- oder Praktikasuche und ist im Social-Media-Team von „Über den Tellerrand“ , einer Initiative die Begegnungsräume und Austauschmöglichkeiten für Geflüchtete schafft. Und nimmt daraus mehr mit als die Bescheinigung fürs Stipendium: Er wird gebraucht und geschätzt, entwickelt bessere Menschenkenntnis und lernt viel über Organisation.

Ich frage ihn was seine Stärken sind: „Neben Mathe?“ meint er und muss etwas nachdenken. „Ich bin emphatisch, verständnisvoll, tolerant. Und ich hab Geduld.“

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